Stau

hm… jetzt hab ich so schön flüssig mit diesem Blog gestartet… dann war ich im Retreat, hatte einen Haufen voll Schreib-Ideen… doch irgendwie ist Stau in meinem Kopf… und seit einiger Zeit kommt nix mehr hier an…

 

Nicht, dass ich nicht schreiben will, doch teilweise fühlt es sich an, wie das so genannte „Bottle neck“ … ein Flaschenhals, der zu eng ist, um all das, was gesagt werden will, ans Tageslicht zu befördern.

Hunderte Gedanken drängen sich ans Tageslicht, doch niemand kommt durch, weil alle zur gleichen Zeit „Hier!“ brüllen.

 

Wo kennt Ihr das noch, was passiert Euch, wo plötzlich so viel davon da ist, dass doch nichts passiert?!

 

Ein anderes wunderschönes Beispiel ist Aufräumen… man guckt in die Wohnung und denkt sich: „Oh ja, ich könnte mal wieder aufräumen…“ und noch während man überlegt, wo man denn nun starten will, setzt man sich doch lieber wieder mit einem Kaffee an den Tisch und plant noch etwas… bevor das große Aufräumkomando loslegen kann… und dann herrscht da wieder Gedankenstau… weil alles gleichzeitig gesehen und erledigt werden will…

 

Irgendwann hatte ich mal den Gedanken beim Autofahren… was ist, wenn es auf der Straße eng wird, z.B. durch eine Baustelle oder eine anderweitig unübersichtliche Stelle? Was tun wir dann normalerweise?

Richtig, langsamer werden, damit wir wieder einen Überblick bekommen. Nur wenige (aus meiner Sicht Irre oder sehr von der Umwelt getrennte) Menschen rasen durch solche Hindernisse hindurch.

Doch meist geht man auf die Bremse oder gibt zumindest nicht weiter Gas. Man lässt gerade noch so rollen.

 

Was heißt das für die Gedanken, für die Ideen, für den Tatendrang…

In meinem Fall oft einfach  nur: STOPP!

Setz‘ dich hin und warte, spüre Deine Füße auf dem Boden, spüre wie Dein Atem fließt, fühle Deinen Körper… und sobald ein drängender Gedanke anklopft, der mich wieder aufscheuchen will, sage ich weiterhin STOPP! und sitze noch länger… gucke diesen Gedanken an und sage zu ihm, bevor Du nicht ruhig wirst, dich entspannst und nicht mehr danach drängst, gedacht zu werden, werde ich mich hier nicht aus dieser STOPP-Haltung weg bewegen.

Und ich sage Euch, das ist soooo spannend:

Dann versteckt sich dieser Gedanke. Ist ganz „artig“ und still und ich denke „Oh, schön, es ist ruhig, dann kann ich jetzt ja wieder weitermachen.“ – und in dem Moment kommt der Tatendrang um die Ecke geschossen, wie ein Hund, der hört, dass es Fressen gibt!

HA! Dann guck ich die Flitzpiepe an (Sorry, aber genau hier passt dieses Berliner Wort wunderbar!) und sag „Ach, da bist Du ja. Dann bleib ich wohl noch was sitzen und achte auf meinen Atem, meine Füße…“ Und der Gedanke / der Impuls trottet schmollend wieder davon…

Das kann ein paar mal passieren. Und immer wieder heißt es STOPP! und keine Bewegung, weder körperlich noch geistig… nur warten und spüren…

Und irgendwann… irgendwann schaue ich mich in mir um und erblicke Frieden… und wenn ich dann wieder aufstehe, mich bewege, behutsam und achtsam, dann kommen leise und tiefe „Instruktionen“ meines Geistes, was jetzt das Nächste ist, was wirklich erforderlich zu tun ist. Ganz ohne „Ich muss da jetzt sofort ans Licht!“

Es ist einfach still und entfaltet sich auf ganz natürliche Weise…

 

Das funktioniert zumindest super, wenn ich nicht zwischen verschiedenen Terminen hänge, wenn da wirklich zeitlicher Raum ist.

Ich kann bisher so handeln, wenn ich die Termine nur mit mir ausgemacht habe. Sind es Termine mit anderen, wird es oft schwer… ich fühle mich genötigt die Erwartung zu erfüllen, statt zu tun, was mein System gerade verlangt.

Doch ich bin mir sicher, dass ich auch dafür, nach und nach eine Lösung finden werde.

Sei es, in dem ich im Vorfeld mit den Menschen über den Umgang mit meinem Leben rede, sei es, dass ich das Verschieben von Terminen besser und leichter organisiert bekomme und klarer kommunizieren kann oder sei es eine Lösung, die mir derzeit noch nicht vorliegt…

 

Was übrigens auch gut im Stau geht, mal zum Nachbar-Auto bzw. dem Mitwartenden zu gucken, Kontakt aufzunehmen, zu lächeln oder auf eine andere Art zu kommunizieren… zu erleben, dass gerade alle in der gleichen Situation „stecken“.

Wenn also meine Gedanken und Handlungen aufgrund der Fülle feststecken, vielleicht sollen sie sich in diesem Moment auch einfach einmal gegenseitig betrachten und untereinander in Kontakt kommen, bevor sie den Flaschenhals durchqueren und in die wunderschöne Freiheit hinaus fließen…

 

Wer weiß schon, wozu so ein Stau auch gut sein kann… 🙂

Aufgestaute Grüße

Susanne

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